14.04.2015, 04:05 PM
Hallo Herr Jäger,
ich bin Brandschutzbeauftragter in eben dieser Bühne (Städtische Bühnen Frankfurt) und war damals beim Brand fast dabei (stand um 7Uhr morgens vor der Tür und alles war voller Feuerwehr + Tatütata....)
Der EV hat in unserem Hause verhindert, daß der Brand sich weiter über den Zuschauerraum ausbreiten konnte (auch wenn der durch die damals nicht funktionierende Berieselung des EV schwer beschädigt wurde).
Unsere Bühne hat 40x40m - da müßte also nach MBO sowieso eine Brandwand sein - wobei der EV ja keine T90-Funktion mehr erfüllen muß (wohl auch nie hat, aber hätte sollen).
Sie haben natürlich recht mit der Betrachtung, daß der EV auch eine Gefährdung darstellt und daß das Geschehen auf der Bühne sicher sehr deutlich sicherer geworden ist als im vorletzten Jahrhundert, als da noch Matrosen tätig waren, man keine schwerentflammbaren Stoffe kannte und die Beleuchtung mit Gas gemacht wurde. Aber: mE stellen die Deko-Teile auf der Bühne heute trotzdem noch ein erhebliches Brandpotential da - die B1-Imprägnierung ist meist eher Augenwischerei als real funktionierend. Schauen Sie sich mal einen Samthänger an, der seit 10Jahren jeden Tag abgehängt und aufgehängt wird - die Imprägnierung besteht aus Salzen - da ist nach 1-2 Jahren kein Salzkorn mehr drin und der Hänger brennt, wenn da ein Scheinwerfer ungeschickt draufscheint (selbst schon erlebt - Profilscheinwerfer produzieren einen Brennpunkt ca 30-50cm vor der Linse - das wird bei 2KW ganz ordentlich warm). In den Zügen hängen 15-20 große Stoff-Hänger oder Holzwände mit Styrophor-Kaschur - wenns da mal anfängt zu brennen, ist das ganz schnell ein Vollbrand in einem 30m hohen Raum.
Aber auch: die Sicherheitstechnik hat inzwischen ein Niveau erreicht, bei der man die Ausbreitung eines Brandes ziemlich ausschließen kann (aber nur, wenn alles geht - und das ist der Knackpunkt....).
Also: ich bin mal gespannt, was hier alles zusammenkommt und wo das endet.....
Auch wenn das vielleicht konservativ ist, mir würden sich hier Fragen stellen, wo dann um den Bühnenraum drumrum die Brandwand sein soll - die Zuschauer-Raum-Türen als T90 auszuführen wäre auch kein so guter Weg - die Abschottung einer Zuschauerraum-Rückwand als Brandwand ist auch eine Aufgabe (dort sind Projektionslogen, Ton/Licht-Regieräume, etc)..... sicher alles lösbar, aber man muß sich klar sein, daß hier ein Problem verschoben wird - aber aus der Sicht eine SV für Bühnentechnik wird hiermit natürlich das Problem EV (eiserner Vorhang) gelöst.
ich bin Brandschutzbeauftragter in eben dieser Bühne (Städtische Bühnen Frankfurt) und war damals beim Brand fast dabei (stand um 7Uhr morgens vor der Tür und alles war voller Feuerwehr + Tatütata....)
Der EV hat in unserem Hause verhindert, daß der Brand sich weiter über den Zuschauerraum ausbreiten konnte (auch wenn der durch die damals nicht funktionierende Berieselung des EV schwer beschädigt wurde).
Unsere Bühne hat 40x40m - da müßte also nach MBO sowieso eine Brandwand sein - wobei der EV ja keine T90-Funktion mehr erfüllen muß (wohl auch nie hat, aber hätte sollen).
Sie haben natürlich recht mit der Betrachtung, daß der EV auch eine Gefährdung darstellt und daß das Geschehen auf der Bühne sicher sehr deutlich sicherer geworden ist als im vorletzten Jahrhundert, als da noch Matrosen tätig waren, man keine schwerentflammbaren Stoffe kannte und die Beleuchtung mit Gas gemacht wurde. Aber: mE stellen die Deko-Teile auf der Bühne heute trotzdem noch ein erhebliches Brandpotential da - die B1-Imprägnierung ist meist eher Augenwischerei als real funktionierend. Schauen Sie sich mal einen Samthänger an, der seit 10Jahren jeden Tag abgehängt und aufgehängt wird - die Imprägnierung besteht aus Salzen - da ist nach 1-2 Jahren kein Salzkorn mehr drin und der Hänger brennt, wenn da ein Scheinwerfer ungeschickt draufscheint (selbst schon erlebt - Profilscheinwerfer produzieren einen Brennpunkt ca 30-50cm vor der Linse - das wird bei 2KW ganz ordentlich warm). In den Zügen hängen 15-20 große Stoff-Hänger oder Holzwände mit Styrophor-Kaschur - wenns da mal anfängt zu brennen, ist das ganz schnell ein Vollbrand in einem 30m hohen Raum.
Aber auch: die Sicherheitstechnik hat inzwischen ein Niveau erreicht, bei der man die Ausbreitung eines Brandes ziemlich ausschließen kann (aber nur, wenn alles geht - und das ist der Knackpunkt....).
Also: ich bin mal gespannt, was hier alles zusammenkommt und wo das endet.....
Auch wenn das vielleicht konservativ ist, mir würden sich hier Fragen stellen, wo dann um den Bühnenraum drumrum die Brandwand sein soll - die Zuschauer-Raum-Türen als T90 auszuführen wäre auch kein so guter Weg - die Abschottung einer Zuschauerraum-Rückwand als Brandwand ist auch eine Aufgabe (dort sind Projektionslogen, Ton/Licht-Regieräume, etc)..... sicher alles lösbar, aber man muß sich klar sein, daß hier ein Problem verschoben wird - aber aus der Sicht eine SV für Bühnentechnik wird hiermit natürlich das Problem EV (eiserner Vorhang) gelöst.

